Die Kunst des Augenblicks

Die Weite, Kraft und Melancholie eines Edvard Grieg. Die Kompositionskunst eines Felix Mendelssohn-Bartholdy. Miniaturen des katalanischen Komponisten Federico Mompou. Lateinamerikanisches. Eigene Kreativität. Starke Stimmungen. Klassik, Jazz, Avantgarde, Weltmusik. Und die Kunst des Augenblicks. Zwischen all dem schlägt das Kölner Trio Puente (spanisch: Brücke) eine Brücke.

Ausgehend von ihrem klassischen Hintergrund brechen Anne Kaftan (Sopransaxophon und Bassklarinette), Brigitte Angerhausen (Klavier) und Ulrike Zavelberg (Cello) zu neuen Ufern auf: Sie machen sich die aus unterschiedlichsten Quellen stammenden Musikstücke durch ungewöhnliche Arrangements und frische Instrumentierung respektvoll zu Eigen. Dabei klingt nichts künstlich oder aufgesetzt, sondern kunstvoll und intensiv. Gern lösen sich die drei Musikerinnen von geschriebenen Noten, schaffen jazzgetränkte Freiräume für Improvisation und damit magische Momente, in denen Musiker, Musik und Publikum eins werden können. Gerade die eigenen Kompositionen werden so zu besonderen Höhepunkten.

„Menschen bewegen“, darum geht es Anne Kaftan, die außerdem Ärztin und Hypnotherapeutin ist, sowie Brigitte Angerhausen, die auch als Tonmeisterin und Musikproduzentin agiert, und Ulrike Zavelberg, die sich noch in weiteren namhaften Kammermusikensembles verwirklicht. Gemeinsam bewegen sich die drei Damen zu diesem Zweck im musikalischen Fluss, „im Fluss der Zeit“ (so der Titel ihres aktuellen Albums). Ihn gestalten sie mal melancholisch strömend, mal leidenschaftlich schäumend, um all seine Facetten dann mit Experimentierfreude dem homogenen Puente-Klang-Delta zuzuführen.